Mit Ramboll gelangt Engineering in das digitale 21. Jahrhundert


Ramboll in Zahlen

  • 300 Standorte weltweit
  • 13.000 Experten
  • 15 Bauprojekte im Rahmen des Stadterneuerungsplans für den Londoner Stadtteil King’s Cross
  • Das weltgrößte Bauwerk aus Brettsperrholz
  • 1,4 Milliarden Euro Jahresumsatz für 2016

„Wir können heute nicht mehr mit den gleichen Verfahren arbeiten wie in den letzten 100 oder 200 Jahren“, so Alex Lawrence, die bei Ramboll UK die Abteilung Building Structures leitet. „Die Technik entwickelt sich laufend weiter.“ Dass das Baugewerbe bei der Einführung neuer Technologien und Steigerung der Produktivität einen erheblichen Rückstand aufzuholen hat, ist hinlänglich bekannt. Beim Ingenieur- und Beratungsunternehmen Ramboll – 1945 in Dänemark gegründet, heute weltweit mit Standorten vertreten – setzt man auf Digitalisierung als Schlüssel zur branchenweiten Überwindung traditioneller Unzulänglichkeiten. „Dadurch stehen uns viel größere Datensätze zur Verfügung, sodass wir beim Planen, Entwickeln und Bauen Verfahren anwenden können, die bislang nicht im Bereich des Machbaren lagen“, sagt Lawrence weiter.

Die jüngst im Rahmen der Sanierung des Londoner Stadtteils King’s Cross sowie beim Bau einer Wohnanlage im Norden von London erfolgreich abgewickelten Aufträge sind Paradebeispiele für die konkreten Effizienzgewinne, die sich dadurch erwirtschaften lassen. Bei beiden Projekten setzten die verantwortlichen Ingenieure auf die digitalen Tools, die ihnen in den Software-Lösungen Bluebeam Revu und Bluebeam Studio bereitstehen. Lawrence ist überzeugt, dass sich nur mithilfe ebendieser Tools sowie weiterer digitaler Neuerungen die ingenieurtechnischen Herausforderungen der nächsten 100 Jahre bewältigen lassen.

Durch schnellere Koordination die Problemlösung beschleunigen

Ohne Revu und Studio wäre eine Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren, Baufirmen und Bauherren auf dem heute üblichen Niveau überhaupt nicht möglich, meint auch Andrew Mather, der als Leitender Tragwerksplaner bei Ramboll UK tätig ist. „Digitale Planungstools ermöglichen eine viel schnellere und viel präzisere Koordination, wodurch sich wiederum die Produktivität erheblich steigern lässt“, erläutert er.

Unter den Vorzeigeprojekten des Unternehmens nimmt Dalston Works einen besonderen Rang ein. Nach Fertigstellung wird die 10-stöckige Wohnanlage mit 121 Einheiten als bis dato weltgrößtes Bauwerk aus Brettsperrholz in die Baugeschichte eingehen. Der schlechte Baugrund sowie die laufenden unterirdischen Bauarbeiten machten ein Umdenken bei der technischen Planung erforderlich. Das Ergebnis ist eine Anlage, deren Gesamtgewicht erheblich unter dem eines herkömmlichen Betonbaus liegen wird. Zudem weist der Brettsperrholzbau auch eine um 2.400 Tonnen günstigere CO2-Bilanz auf.

Die Konstruktion des Gebäudes war jedoch mit bestimmten Schwierigkeiten verbunden. Mather erklärt: „Die Brettsperrholzplatten wurden Wochen vor ihrem eigentlichen Gebrauch auf der Baustelle in Österreich hergestellt. Sämtliche Öffnungen, sämtliche Türen und Fenster mussten auf den gesamten Bauplänen und im Herstellungsmodell unbedingt übereinstimmen. Mit Revu konnten wir Daten aus unterschiedlichen Quellen überlagern und so für Fehlerfreiheit sorgen. Durch Koordination mit anderen 3D-Modellen konnten wir dann dafür sorgen, dass sämtliche Pläne hundertprozentig miteinander übereinstimmten, bevor die Herstellung anlief.“

„Mit Revu konnten wir Daten aus unterschiedlichen Quellen überlagern und so für Fehlerfreiheit sorgen.“

Ohne digitale Tools hätte eine derart enge Koordination nicht nur sehr viel mehr Zeit in Anspruch genommen, sondern auch Berge von Papierzeichnungen sowie wiederholte Besprechungen zwischen den Projektbeteiligten erfordert. Durch diesen zusätzlichen Zeitaufwand hätte sich womöglich die Bauausführung verzögert; zudem hätte ein höheres Fehlerrisiko bestanden. Durch die digitale Eingabe und Nachverfolgung von Änderungen in Revu war für alle Beteiligten jederzeit transparent, wer wann welche Änderung vorgenommen hatte. Mithilfe der Kommentarfunktion konnten die betreffenden Änderungen dann z. B. mit einem Stempel freigegeben oder aber weitere Informationen bzw. Nachbesserungen angefordert werden.

In King’s Cross wirkten Ingenieure von Ramboll an insgesamt 15 einzelnen Bauprojekten mit. Eine effiziente Koordination und Vorausplanung war daher unverzichtbar. Mit Revu hatten sämtliche Projektbeteiligten jederzeit Zugriff auf Informationen über die bevorstehenden Herausforderungen in einem vertrauten Dateiformat, nämlich PDF. „Die 3D-Modellierung und Koordinierung in einer 3D-Umgebung hat für uns ungeheure Vorteile mit sich gebracht. Revu diente uns dabei als Plattform, über die alle Beteiligten auf die entsprechenden Daten Zugriff hatten und sich dadurch im Voraus auf Schwierigkeiten einrichten konnten, die möglicherweise auf der Baustelle auftreten könnten“, so Ruth Johnson, die als Leitende Tragwerksplanerin an dem Projekt mitwirkte. Mithilfe der Funktionen zum Überlagern und Vergleichen in Revu konnte das Ingenieursteam Probleme bewältigen, bevor sie dringend wurden.

So mussten etwa bei einem der Bauprojekte am King’s Cross Daten zur Bewehrung eines Betonbaus verwaltet werden. Johnson konnte direkt auf der Baustelle auf Revu zugreifen und nach Rücksprache mit dem Bauteam in Echtzeit Änderungen vornehmen, die sie anschließend entweder an die Mitarbeiter im Büro weiterleitete oder selbst in die Ursprungsdokumente eingab. „Revu erwies sich als ungemein hilfreich dabei, Änderungen an den Plänen sowie die damit verbundenen Folgen auf einen Blick zu erfassen und an alle Betroffenen zu kommunizieren. Das war ungeheuer nützlich“, wie sie sagt.

„Revu erwies sich als ungemein hilfreich dabei, Änderungen an den Plänen sowie die damit verbundenen Folgen auf einen Blick zu erfassen und an alle Betroffenen zu kommunizieren.“

Ein institutionelles Gedächtnis aufbauen

Dass jedes Bauprojekt einzigartig ist, gilt in der Branche als Binsenweisheit. Daraus folgt jedoch noch lange nicht, dass man tatsächlich immer wieder bei Null anfangen muss. Auf ein Archiv erfolgreich abgeschlossener Projekte zugreifen zu können, wäre auf jeden Fall sinnvoll. „Durch die Digitalisierung von Planungsverfahren wird es möglich, nicht nur Wissen allgemein, sondern auch ganz konkrete Planungsdetails aus vorherigen Projekten in den Frühphasen eines neuen Projekts einzubringen. Dadurch lassen sich fundierte Entscheidungen treffen und Risiken mindern.“ So erspart man sich Komplikationen in späteren Phasen, in denen Änderungen viel Geld und Zeit kosten. Auf diese Weise konnten die Ingenieure, die bei der Sanierung von King’s Cross an unterschiedlichen Einzelprojekten arbeiteten, nicht nur Dokumente, sondern auch Erfahrungen und Kenntnisse aus früheren Projekten austauschen. Einmal gefundene Lösungsansätze zur Bewältigung von Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Baugrundbeschaffenheit oder den jeweils gültigen Sicherheitsvorschriften beispielsweise lassen sich ohne weiteres an die Gegebenheiten neuer Projekte anpassen.

Darüber hinaus macht man sich bei Ramboll die „Tool Chest“-Funktion in Revu zum Aufbau eines dynamischen institutionellen Gedächtnisses zunutze. Über den Unternehmensserver haben alle Revu-Nutzer bei Ramboll Zugriff auf die gleichen digitalen Zeichentools, Symbole und Sicherheitsfunktionen, sodass den Ingenieuren und Technikern auch auf Außenterminen alle erforderlichen Tools zur Verfügung stehen, um qualitativ hochwertige Zeichnungen zu erstellen.

Beim Bauprojekt Dalston Works etwa nutzten die Gebäudetechniker die „Tool Chest“-Funktion zur Kommentierung der technischen Unterlagen und fügten Anmerkungen zur Verlegung der Rohrleitungssysteme hinzu. „Dass es sich so problemlos an die Bedürfnisse unterschiedlicher Nutzer anpassen lässt, zählt zu den großen Vorteilen von Revu“, schwärmt Mather.

Effizienz und Risikominderung

Auftraggeber stellen heute höhere Ansprüche an die Qualität als je zuvor, verlangen aber gleichzeitig eine schnellere Fertigstellung ihrer Bauvorhaben zum gleichen Preis. Um im 21. Jahrhundert bestehen zu können, sind Ingenieurbüros entsprechend gefordert, durch Einsatz von Technologie ihre Produktivität und Effizienz zu steigern, ohne dabei auf die erforderlichen Kontrollmaßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit und Minderung von Risiken zu verzichten.

Wenn es um die zukünftige Ausrichtung ihrer Branche geht, nimmt Lawrence kein Blatt vor den Mund. „Die Daten zum Produktivitätszuwachs während der vergangenen 10 Jahre zeigen eindeutig, dass die Bauwirtschaft im Vergleich zur britischen Volkswirtschaft insgesamt arg hinterherhinkt.“ Mithilfe digitaler Planungstools können Ingenieure ihren eigenen Ansprüchen – und denen der Bauherren – in Bezug auf Wertschöpfung und Produktivität, bauliche Ausformung und Eleganz gerecht werden.

„Die Arbeit im Bauwesen ist mit zahlreichen Gefahren verbunden", wie Johnson bekräftigt. „Revu als Plattform war bei der Kommunikation von Risikofaktoren unverzichtbar. Zum Arbeitsschutz auf der Baustelle gehört unbedingt dazu, dass alle Betroffenen sich des jeweils bestehenden Restrisikos bewusst sind. Mit Revu lassen sich alle Informationen auf der Stelle bearbeiten, sodass ich die jeweiligen Risiken unübersehbar hervorheben konnte." Dank dieser Funktion lag den Mitarbeitern auf der Baustelle das entsprechend mit Anmerkungen versehene Dokument sofort vor, und sie hatten damit die Möglichkeit, vor jedem Arbeitsschritt erst eine Risikobewertung vorzunehmen. Gleichzeitig konnten sie selbst Daten eingeben, um die Kollegen und Kolleginnen im Büro beispielsweise über weiterhin bestehende Risiken zu informieren, die ignoriert oder übersehen worden waren.

Selektive Automatisierung: Mitarbeiter-Potenziale optimal nutzen

Über die Krise im Baugewerbe wurde schon viel Tinte vergossen: Der massive Fachkräftemangel führt dazu, dass an allen Ecken und Enden dringend benötigte Kompetenzen fehlen. Unternehmen, die aktiv dafür sorgen, dass die Arbeit bei ihnen Spaß macht, haben einen Wettbewerbsvorteil, wenn es darum geht, wertvolle Mitarbeiter zu halten und gute neue Leute anzuwerben. Die Digitalisierung spielt bei der Bewältigung des Fachkräftemangels eine große Rolle, wie Mather betont.

„Mit Tools wie Revu lässt sich der Papierkram erheblich reduzieren, sodass wir mehr Zeit für die Aspekte eines Projekts aufwenden können, die Innovation und Wertschöpfung bringen. Die Arbeit an einem Projekt wie Dalston Works, das eine absolute Weltneuheit war, macht einfach mehr Spaß als alles andere.“ Wer hätte schließlich nicht gerne eine Arbeit, die mehr Spaß und weniger Langeweile bringt? Wenn Ingenieure sich nicht mehr um Routineaufgaben kümmern brauchen, können sie sich auf das wirklich Wichtige konzentrieren. Das steigert nicht nur die Zufriedenheit der Mitarbeiter, sondern sorgt auch für mehr Effizienz – und für die Entstehung von Gebäuden, auf die alle Beteiligten wirklich stolz sein können.

Sobald von Digitalisierung und Automatisierung die Rede ist, kommt leicht die Sorge auf, dass es in Wirklichkeit darum geht, menschliche Arbeitskräfte durch Maschinen zu ersetzen. Bei Ramboll sieht man das anders. „Das Baugewerbe wird auch in Zukunft nicht ohne menschliches Zutun auskommen“, ist Mather überzeugt. „Es ist gleichermaßen auf menschlichen Einfallsreichtum und auf die Unterstützung leistungsstarker digitaler Planungstools angewiesen.“

Dank der verbesserten Zusammenarbeit, die mit Studio möglich wird, und der Funktionen von Tools wie Batch Link und automatischen Messprogrammen werden den Ingenieuren viele Routineberechnungen und andere monotone Tätigkeiten abgenommen. In der Gewissheit, dass auf die mit Revu erstellten automatischen Messungen Verlass ist, können sie sich stattdessen auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Nicht jeder neu eingestellte Mitarbeiter bei Ramboll bringt bereits Erfahrung in der Arbeit mit Revu mit. Insofern erweisen sich auch die zahlreichen nutzerspezifischen Anpassungsoptionen der Software sowie ihre Eignung für Nutzer mit unterschiedlichen Vorkenntnissen als großer Vorteil für das Unternehmen.

Lawrence weiß, wie wichtig es ist, entsprechende Bedingungen zu schaffen, damit die Ingenieure ihr Potenzial voll entfalten können. „Wir investieren stark in unsere technische Weiterentwicklung“, erläutert sie. „So haben wir intern ein sehr umfangreiches Paket digitaler Zeichentools entwickelt. Daneben arbeiten wir jedoch auch gerne mit Fremdanbietern zusammen und nutzen deren Software als unmittelbar einsatzbereite Ergänzung. Bluebeam ist ein Paradebeispiel dafür.“

Ramboll: Startklar für die dritte industrielle Revolution

Angesichts knapper Gewinnspannen, Fachkräftemangel und wachsender Ansprüche seitens der Auftraggeber steht die Bauwirtschaft vor schweren Herausforderungen. Um hier bestehen und wachsen zu können, ist ein grundsätzliches Umdenken erforderlich. Bei Ramboll nimmt man dies als Chance wahr, in die Technik und in die Mitarbeiter zu investieren. Schließlich hat das Berufsbild des Ingenieurs sich ebenfalls gewandelt – die Arbeit mit Stift und Papier spielt allenfalls noch eine untergeordnete Rolle; stattdessen stehen Programmierung und parametrische Konstruktion im Vordergrund. Durch die Kombination aus menschlichem Einfallsreichtum und leistungsstarker digitaler Software „können wir die Entwicklung hochwertiger Produkte enorm beschleunigen“, ist sich Mather sicher.

Lawrence spricht in diesem Zusammenhang von der „dritten industriellen Revolution“. Bei Ramboll wären Revu und Studio aus dem Arbeitsalltag kaum noch wegzudenken. Die Hauptvorteile sieht man hier in der vereinfachten Koordination zwischen unterschiedlichen Projektbeteiligten, Möglichkeit zur Nutzung des Potenzials großer Datensätze und bedienerfreundliche Anwendung der Software. „Sie ist unkompliziert, bedienerfreundlich, mit einer einfachen Benutzeroberfläche, und kann über die gesamte Lieferkette der Bauwirtschaft hinweg von allen Beteiligten verwendet werden – von Beratern bis hin zu den Subunternehmern auf der Baustelle“, so Lawrence.

Die Zukunft wird digital – das gilt auch in der Planungs- und Bauwirtschaft. Wird der mit King’s Cross und Dalston Works eingeschlagene Kurs beibehalten, so dürfte Ramboll sich in dieser spannenden neuen Ära unter den Branchenführern behaupten können.


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