Deutschland und Österreich

Ausblick auf Technologie- und Digitalisierungstrends 2027

Eine Umfrage unter 350 Branchenführern in Deutschland und Österreich zum Stand der KI-Einführung bis 2027: Was funktioniert, was scheitert, und was Unternehmen mit großflächiger KI-Nutzung von denen in der KI-Erprobungsphase unterscheidet.

Zu den Ergebnissen

Die Wichtigsten Ergebnisse

5 %

der Unternehmen integrieren KI in ihre Schlüsselprozesse

52–54 %

der Unternehmen sehen hohe Kosten als größtes Hindernis

18 %

der Unternehmen führen einen geringeren Nacharbeitungsaufwand auf den Einsatz von KI zurück

1. Zusammenfassung

Seit drei Jahren begleitet dieser Bericht eine Branche, die sich mit zunehmender Geschwindigkeit auf die KI zubewegt. Im aktuellen Jahr stagnierte dann plötzlich die Akzeptanz in Deutschland und Österreich.
  • Rund 26 % der Unternehmen aus der AEC-Branche (Architektur, Ingenieurwesen und Bauwesen) in Deutschland und Österreich setzen KI produktiv ein – nicht mehr als Experiment, sondern in Arbeitsabläufen, auf die Menschen angewiesen sind. Das sind etwas weniger als die 27 % im Vorjahr.
  • Unternehmen, die KI in die Produktion integriert haben, verzeichnen konkrete Vorteile. Probleme bei der KI-Skalierung sind somit eine Frage der betrieblichen Umsetzung und bedeuten kein Versagen der Technologie.
  • Hohe Implementierungskosten sind das größte Hindernis für 54 % der Unternehmen, die sich noch in der Pilotphase befinden, sowie für 52 % der Unternehmen, die bereits skaliert haben. Der Mangel an internen KI-Kompetenzen steht an zweiter Stelle – mit 32 % bzw. 37 %. Bei den zwei Hindernissen, über die die Branche am meisten spricht, unterscheiden sich erfolgreiche und nicht erfolgreiche Unternehmen nicht.
  • Bei Pilotprojekten herrscht weitaus häufiger Unsicherheit darüber, was mit KI erreicht werden soll und ob die Daten dazu ausreichen: 35 % bzw. 22 % geben Definitionsprobleme an, 15 % bzw. 4 % die Informations- und Datenverfügbarkeit.
  • Die KI kann zwar Vorhersagen treffen, aber keine Probleme verhindern. Das größte Einsparpotenzial liegt mit 65 % bei der besseren Kostenprognose; die Reduzierung von Nacharbeiten rangiert mit 18 % am unteren Ende der Skala. Der KI-Einsatz konzentriert sich auf Kalkulation, Design und Planung und nimmt in Richtung Ausführung auf der Baustelle ab – genau dort, wo meist aufwendige Nacharbeiten entstehen.
  • Die Beherrschung digitaler Werkzeuge ist mit 92 % die am dringendsten gesuchte Kompetenz bei Neueinstellungen und zugleich mit 77 % die am schwersten zu findende.
  • Die gesamte Baubranche hat die wichtige Fähigkeit erworben, Probleme früher zu erkennen. Sie hat jedoch noch nicht den Weg vom Erkennen zur Unterbindung von Problemen geschaffen – etwa durch die Vernetzung isolierter Systeme, die Bereinigung von Daten und die Schulung der Mitarbeiter im vertrauensvollen Umgang mit Ergebnissen.

2. Methodik der Befragung

Die vorliegende Ausgabe basiert auf dem Deutschland- und Österreich-Teil einer von Hanover Research im Auftrag von Bluebeam durchgeführten Befragung von 1.100 Entscheidungsträgern aus der AEC-Branche.
Bluebeam Symbol für Zusammenarbeit von Baufachkräften

Teilnehmerprofile

Die Befragten waren in Vollzeit bei Unternehmen aus den Bereichen Architektur, Ingenieurwesen oder Bauwesen beschäftigt, auf Manager-Ebene oder höher, und sie verfügten über Entscheidungsbefugnis oder Einfluss auf Technologiefragen.

Globe showing Users world wide connected

Länderfokus

Deutschland: 250 Teilnehmende. Österreich: 100 Teilnehmende. Es wurden keine Schweizer Unternehmen befragt. Daher spricht dieser Bericht von Deutschland und Österreich statt von „DACH“, der Bezeichnung in der zugrunde liegenden Forschungspräsentation, die dann üblicherweise auch die Schweiz umfassen würde.

Features

Erläuterung der Erhebungsgrundlage

Fragen zum Einsatz, zu den Vorteilen und zu Hindernissen von KI wurden ausschließlich an Unternehmen gerichtet, die derzeit KI einsetzen: 218 Umfrageteilnehmer. Konkrete Fragen zur Weiterentwicklung von KI über die Pilotphase hinaus wurden nur an jene Unternehmen gestellt, die diesen Schritt auch bereits vollzogen haben: 92. Wo ein Ergebnis auf einer Teilgruppe basiert, geben wir die entsprechende Datengrundlage an. Dabei haben wir für die Auswertung durchgehend die von Hanover Research vorgegebene Mindestanzahl von 50 Befragten zugrunde gelegt. Österreich ist mit insgesamt 100 Befragten vertreten und liegt bei Fragen an KI-Nutzer allein unter der Berichtsschwelle. Daher werden die Ergebnisse für Deutschland und Österreich im Bericht an dieser Stelle zusammen ausgewiesen.

Simple illustration of three people with blue speech bubbles above their heads, representing conversation or communication among a group using construction management software.

Alter und Erfahrung der Befragten

Die Stichprobe konzentriert sich auf Befragte in der mittleren Karrierephase. Rund 58 % der Befragten aus den Unternehmen sind zwischen 35 und 44 Jahre alt, weniger als 1 % sind 55 Jahre oder älter. Das ist eine Folge der gezielten Auswahl von Technologie-Entscheidungsträgern auf Manager-Ebene oder höher, ohne eine festgelegte Altersquote. In einer Branche, die durch eine alternde Belegschaft geprägt ist, sollten Leser die Ergebnisse aus Abschnitt 4 unter Berücksichtigung dieser Altersverteilung interpretieren.

A simple icon of a presentation screen displaying a bar chart with three blue bars of increasing height and a black upward-trending line graph above them, symbolizing growth—ideal for illustrating construction management software.

Auswertung der Rohdaten

Hanover stellte die Rohdaten bereit. Der Vergleich der Hindernisse beider KI-Anwendertypen in Abschnitt 2 basiert auf unserer eigenen Analyse, nicht auf den veröffentlichten Auswertungen. Als signifikant bezeichnete Unterschiede wurden mit dem exakten Fisher-Test bei p < 0,05 geprüft.

Hinweis zu den Vorjahresvergleichen

Bluebeam hat bisher drei ähnliche Berichte veröffentlicht, wobei jeweils unterschiedliche geografische Regionen betrachtet wurden. 2025 wurden acht Länder untersucht, 2026 waren es fünf; in der vorliegenden Ausgabe sind es drei, die als zwei separate Märkte behandelt werden. Die USA und Deutschland sind die einzigen Märkte, die in allen drei Erhebungen vertreten sind. Das bedeutet, dass diese beiden Länder alle im Bericht dargestellten Trends abbilden.

Auch der Wortlaut der Fragen wurde geändert. 2026 wurde nach dem Einsatz von KI in den verschiedenen Phasen des Gebäudelebenszyklus gefragt, wobei 27•% der Unternehmen angaben, KI einzusetzen. Diese Ausgabe verwendet eine fünfstufige Skala zur Akzeptanz von KI zugrunde gelegt und weist 28 % als produktiven Einsatz aus. Die Werte liegen eng beieinander und die Entwicklung ist stabil. Dennoch lassen sie sich nicht uneingeschränkt miteinander vergleichen. Darum stellen wir sie nicht gemeinsam in einer Tabelle dar.

Abgleich der Ergebnisse zur Hindernisbewertung mit dem Bericht 2026

Leser des Vorjahresberichts werden eine Trendwende feststellen. Ausgabe 2026 zeigt: die größten Hindernisse für die Branche sind nicht finanzieller Natur. In der aktuellen Umfrage sind hingegen hohe Umsetzungskosten mit großem Abstand das am häufigsten genannte Hindernis.

Beide Berichte sind zutreffend und geben Antworten auf unterschiedliche Fragen, die jeweils anderen Personen gestellt wurden. Bei der Umfrage von 2026 wurden alle Teilnehmer zu den Hindernissen bei der Einführung digitaler Technologien im Allgemeinen befragt. In diesem Jahr wurden ausschließlich Unternehmen zu den Hindernissen bei der KI-Skalierung befragt, die sie bereits einsetzen. Denn ein Unternehmen, das KI noch nicht erprobt hat, kann nichts dazu angeben, was es an der Skalierung gehindert hat. Mit der Entwicklung änderte sich auch die Fragestellung: Vor einem Jahr stand für viele Unternehmen noch die Entscheidung an, ob sie KI überhaupt ausprobieren sollten. Heute geht es für einen größeren Anteil darum, ob sie sich dauerhaft für KI entscheiden.

3. Stand der KI-Nutzung

Drei Jahre nach Beginn des KI-Booms im Bauwesen stagniert der Anteil der Unternehmen, die auf diese Technologie setzen.

Die Einstellung der Branche zu KI in 2027

KI in mehrere zentrale Arbeitsabläufe integriert
5 %
KI unterstützt einige konkrete Arbeitsabläufe
21 %
Erprobung von KI in begrenzten oder experimentellen Anwendungsfällen
36 %
Keine Anwendung, aber Beschäftigung mit dem Thema
26 %
Keine Nutzung von KI und keine entsprechende Absicht
11 %
10 % 20 % 30 % 40 %

Frage: Wie wird KI aktuell in Ihrem Unternehmen eingesetzt? Erhebungsgrundlage: alle Befragten (Deutschland und Österreich, n=350). Die Werte sind gerundet und ergeben möglicherweise nicht genau 100 %. „Gruppiert als“ bezeichnet die analytische Einteilung von Bluebeam und keine Antwortoption der Befragung.

Rund 26 % der Unternehmen in Deutschland und Österreich setzen KI produktiv bei ihren Prozessen ein – etwas weniger als die 27 % aus dem Vorjahr. Stattdessen ist die Mitte des Marktes weiterhin gewachsen: 36 % testen KI in begrenzten Anwendungsfällen, und 26 % prüfen aber den Einsatz, ohne bisher mit der Implementierung begonnen zu haben.

Nur 5 % geben an, dass KI in mehrere zentrale Arbeitsabläufe integriert ist. Weitere 21 % nutzen KI in einigen wenigen spezifischen Arbeitsabläufen. Oberhalb dieser Grenze steht der produktive Einsatz, darunter die Absicht.

4. Kosten, Kompetenzen und die Lücke bei der KI-Bereitschaft

Unternehmen, die KI noch nicht skaliert haben, nennen Kosten und fehlende Kompetenzen als Gründe. Unternehmen, die bereits skaliert haben, tun das ebenfalls.

Der Unterschied zwischen Unternehmen, die KI skaliert haben, und solchen in der Erprobungsphase

Noch in der Erprobungsphase (n=126)
Über die Pilotphase hinaus skaliert (n=92)
Signifikant bei p < 0,05
Hohe Implementierungskosten
54 %
52 %
Mangel an internen KI-Kompetenzen
32 %
37 %
Widerstand der Mitarbeiter gegenüber Veränderungen
20 %
23 %
Geeignete Anwendungsfälle für KI finden
17 %
13 %
Über die Pilotphase und das Experimentieren hinausgehen
20 %
3 %
Integration von KI in alltägliche Projektarbeitsläufe
16 %
14 %
Laufende Betriebs- oder Wartungskosten
17 %
18 %
Bedenken bzgl. Sicherheit/Compliance
9 %
14 %
Unklarer Geschäftsnutzen/ROI
6 %
8 %
Probleme mit der Datenqualität
9 %
2 %
Keine Integration/Interoperabilität zwischen Tools
9 %
3 %
Probleme bei der systemübergreifenden Datenverknüpfung
5 %
9 %
Probleme beim Datenzugriff
7 %
3 %
Kein Vertrauen in KI-Ergebnisse
3 %
0 %
10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 %

Frage: Was waren bzw. sind die größten Hindernisse für die Ausweitung des Einsatzes von KI in Ihrem Unternehmen? Wählen Sie bis zu drei Antworten aus. Erhebungsgrundlage: Unternehmen, die KI aktuell einsetzen (Deutschland und Österreich, n=218), unterteilt nach der aktuellen KI-Phase: noch in der Erprobungsphase (n=126) und über die Erprobungsphase hinaus ausgeweitet (n=92). Auswertung der Rohdaten von Hanover Research durch Bluebeam. Als erheblich bezeichnete Unterschiede wurden mittels des exakten Fisher-Tests bei p < 0,05 geprüft.

Unter den Unternehmen, die den Einsatz von KI über die Erprobungsphase hinaus ausgeweitet haben, wurde die Integration in bestehende Systeme und Software von 49 % als der wichtigste Faktor genannt – mit deutlichem Abstand vor allen anderen beeinflussenden Faktoren.

Die Kosten sind kein Kriterium, dass die beiden Gruppen voneinander unterscheidet. 54 % der befragten Unternehmen in der Erprobungsphase und 52 % der Unternehmen mit ausgeweitetem Einsatz nannten hohe Implementierungskosten als Hindernis, während unternehmensinterne KI-Kompetenzen von 32 % bzw. 37 % benannt wurden.

5. Was KI bewirkt, wenn sie funktioniert

Die Baubranche hat der KI beigebracht, Probleme frühzeitig zu erkennen•– aber noch nicht, wie man sie verhindert.

Wie AEC-Unternehmen von KI profitieren – nach Rangfolge

Bessere Kostenprognose
65 %
Weniger Verwaltungsaufwand
59 %
Frühzeitigere Erkennung von Risiken und Problemen
58 %
Weniger Projektverzögerungen
48 %
Verbesserte Ausgabequalität und einheitliche Ergebnisse
47 %
Bessere Teamkoordination und mehr Wissensaustausch
45 %
Beschleunigung von Arbeitsabläufen und internen Prozessen
44 %
Bessere Compliance- und Audit-Bereitschaft
36 %
Einfacherer Zugriff auf Informationen und Daten
33 %
Verbesserte Sicherheitsergebnisse
24 %
Weniger Nachbearbeitungsaufwand/Änderungen in späten Projektphasen
18 %
Geringere kognitive Belastung der Belegschaft
17 %
10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 %

Frage: Welche Vorteile bringt der Einsatz von KI in Arbeitsabläufen Ihrem Unternehmen? Wählen Sie alle zutreffenden Antworten aus. Erhebungsgrundlage: Unternehmen, die KI bereits einsetzen (Deutschland und Österreich, n=218).

65 % der KI-Nutzer nennen höhere Kostenplanbarkeit als wichtigsten Faktor. Es folgen eine geringere administrative Belastung mit 59 %, an dritter Stelle die frühere Erkennung von Risiken und Problemen mit 58 %. Bei allen drei Aspekten geht es um frühzeitigere Erkenntnisse.

Nacharbeiten sind der kostspieligste Fehler, der im Baugewerbe immer wieder auftritt – die direkten Kosten belaufen sich auf etwa 5 % der gesamten Baukosten, liegen jedoch unter Berücksichtigung indirekter Kosten und terminlicher Auswirkungen eher bei 9 %. Dennoch ist dies ein Bereich, in dem KI derzeit noch am wenigsten zum Einsatz kommt.

Warum nimmt der Nacharbeitsaufwand durch KI nicht ab?

Nacharbeit entsteht bereits im Vorfeld – bei Entwurfsentscheidungen und Koordinationslücken – und tritt erst im weiteren Verlauf zutage. KI ist am Anfang der Wertschöpfungskette angesiedelt. Ein Modell meldet einen Konflikt beispielsweise einer Person, die das Team, das bereits mit der Installation beschäftigt ist, nicht immer erreichen kann.

Die Projektplanung steht mit 74 % an erster Stelle. Es folgen die Kostenschätzung mit 69 %, Design und Modellierung mit 64 % sowie Dokumentenmanagement mit 60 %. Das alles sind Tätigkeiten, die weit vor den Bauarbeiten stattfinden.

Je näher man der Baustelle kommt, desto stärker sinken die Werte: Qualitätssicherung 47 %, Sicherheitsüberwachung 24 %, Baustellenbetrieb 13 % – also etwa eines von acht Unternehmen.

Kosten für Nacharbeiten: Construction Industry Institute, Making Zero Rework a Reality (RS203-1, 2005), sowie Hwang, Thomas, Haas und Caldas, Measuring the Impact of Rework on Construction Cost Performance (2009), nennen einen direkten Anteil von etwa 5 %. Das Navigant Construction Forum (2012) gibt eine Spanne für direkte und indirekte Kosten an. Die Quellen stammen aus den USA, beziehen sich überwiegend auf industrielle Großprojekte und gelten weithin als unvollständig erfasst. Für den deutschen Markt liegen Schätzungen zu Fehlerkosten – einer breiteren Kategorie als Nacharbeiten – höher: Die Analyse von BauInfoConsult beziffert sie auf 12 bis 15 % des Branchenumsatzes und basiert auf Befragungsdaten.

„Ich habe miterlebt, wie ein Modell einen Konflikt bereits drei Wochen im Voraus erkannt hat – und wie dieser dennoch unverändert gebaut wurde. Die Vorhersage ist ein Datenproblem, und das haben wir weitgehend. Die Prävention ist ein Problem der Arbeitsabläufe, und genau hier werden die Weichen für das nächste Jahrzehnt gestellt.“

6. Die Neuausrichtung der Arbeitswelt

Die beiden Fachkompetenzen, die Unternehmen im Baugewerbe am häufigsten nachfragen, sind genau jene, die am schwersten zu erhalten sind.

Was Unternehmen im Baugewerbe möchten und was sie bekommen

Wichtiges Einstellungskriterium
Kaum zu finden
20 % 40 % 60 % 80 % 100 %
92 %
77 %
Beherrschung digitaler Tools
71 %
57 %
KI-bezogenes Wissen und Erfahrung
82 %
46 %
Projektmanagement- fähigkeiten
46 %
25 %
Datenanalyse und -auslegung
41 %
10 %
Kommunikationsfähigkeiten

Frage: Auf welche Kompetenzen legt Ihr Unternehmen derzeit bei der Personalauswahl besonderen Wert? / Welche der genannten Kompetenzen konnten die wenigsten Bewerber und Bewerberinnen vorweisen? Bitte wählen Sie alle zutreffenden Antworten aus. Erhebungsgrundlage: alle Befragten (Deutschland und Österreich, n=350).

Kenntnisse digitaler Tools ist mit 92 % die am dringendsten gesuchte Kompetenz bei der Personalauswahl und daher eher ein Schwellenwert als ein Alleinstellungsmerkmal. Fähigkeiten beim Projektmanagement folgen mit 82 %, notwendige Kenntnisse im Bereich KI mit 71 %.

Auf die Frage, welche Kompetenzen am schwierigsten zu finden seien, standen Kenntnisse über digitale Tools mit 77 % erneut an erster Stelle; an zweiter Stelle folgten KI- Kenntnisse mit 57 %. Die Kompetenz, die sich die Branche am stärksten wünscht, ist genau die, die ihr im Einstellungsverfahren nur selten angeboten wird.

Sind digitale Kompetenzen mittlerweile mehr wert als Berufserfahrung?

Auf die Frage, ob sie einschlägige Berufserfahrung oder digitale Flexibilität höher bewerten würden, gaben 36 % an, dass für sie die digitale Kompetenz wichtiger sei, 23 % bevorzugten die Berufserfahrung und die größte Einzelgruppe – 41 % – gab an, dass beide Aspekte gleichermaßen wichtig seien. Praktische oder fachliche Erfahrung ist für 52 % der Unternehmen nach wie vor eine erklärte Priorität bei der Personalauswahl. Die Daten lassen also keinen Rückschluss darauf zu, dass die Branche mittlerweile weniger Wert auf Fachkräfte mit echtem handwerklichen Fachwissen legt.

Wie beeinflusst der Fachkräftemangel die Einführung von KI?

Fachkräftemangel ist nahezu allgegenwärtig. Dies führt in 65 % der Fälle zu einer stärkeren Belastung der bereits vorhandenen Belegschaft. Insgesamt geben 87 % aller Befragten an, dass der Mangel an Fachkräften und Qualifikationen ihre Fähigkeit, Projekte umzusetzen, zumindest teilweise beeinträchtigt.

Auswirkung Anteil der betroffenen Unternehmen
Stärkere Belastung der vorhandenen Belegschaft 65 %
Projekte werden später fertig 55 %
Projekte werden teurer 44 %
Anzahl der übernommenen Projekte begrenzt 38 %
Mehr Abhängigkeit von Nachunternehmern/externen Partnern 26 %
Qualitätsverlust/mehr Nacharbeit 18 %
Erhöhte Sicherheitsrisiken 14 %

Erhebungsgrundlage: Unternehmen, die über Fachkräftemangel berichten (Deutschland und Österreich, n=311).

7. Wo Projektabläufe ins Stocken geraten

Das Baugewerbe investiert seit 30 Jahren in den Kauf von Software, um die immer gleichen drei Lücken zu schließen. Die Lücken sind aber noch immer da.

Wo Projektarbeitsabläufe ins Stocken geraten

Dokumentenverwaltung
41 %
Zwischen Büro und Baustelle
40 %
Übergang von der Planung zur Ausführung
39 %
Zwischen internen Teams und externen Partnern
31 %
Bei Überprüfungen, Genehmigungen oder Freigaben
29 %
Übergänge von der Bauphase zum Betrieb
28 %
Zwischen den Disziplinen
28 %
Zwischen verschiedenen Softwaretools/Plattformen
27 %
10 % 20 % 30 % 40 % 50 %

Erhebungsgrundlage: alle Befragten (Deutschland und Österreich, n=350).

Etwa vier von fünf Unternehmen geben an, dass nicht miteinander vernetzte Software die Entscheidungsgeschwindigkeit und die Effizienz der Arbeitsabläufe erheblich beeinträchtigt und zusätzliche Risiken mit sich bringt. Störungen treten am häufigsten in der Dokumentenverwaltung (41 %), an der Schnittstelle zwischen Büro und Baustelle (40 %) sowie am Übergang von Planung zu Ausführung (39 %) auf.

Ein Ergebnis verdient mehr Beachtung, als ihm wahrscheinlich zugestanden wird: Probleme bei der Kompatibilität zwischen verschiedener Software oder Plattformen wurden nur von 27 % genannt und belegten damit einen der hinteren Plätze auf der Liste. Die Branche erlebt ihr Problem als Koordinationsproblem, nicht als Softwareproblem – Software ist dabei nur eines von mehreren Hindernissen zwischen den beiden Endpunkten einer Übergabe.

Setzen Unternehmen KI ein, um ihre vorhandenen Tools zu verknüpfen oder um sie zu ersetzen?

Konsolidierung gilt seit einer Generation als das versprochene Ziel von Bausoftware: eine Plattform, eine zentrale Datenquelle, ein Ansprechpartner. Doch Unternehmen geben ihre KI-Budgets für das Gegenteil aus.

Unter den Unternehmen, die KI einsetzen, nutzen 42 % sie zur Automatisierung von Aufgaben innerhalb einzelner Tools und 30 % zur Vernetzung und Koordination von Daten über bestehende Tools hinweg.

Nutzung von KI im Vergleich zu bestehenden Tools Anteil der KI-Nutzer
Zur Automatisierung von Aufgaben innerhalb einzelner Tools 42 %
Zur toolübergreifenden Verknüpfung und Koordinierung von Daten 30 %
Um mehrere Tools durch eine einzige Plattform zu ersetzen 28 %

Erhebungsgrundlage: Unternehmen, die KI bereits einsetzen (Deutschland und Österreich, n=218). Eine einzige Antwortmöglichkeit.

8. Was Unternehmen unterscheidet, die erfolgreich skaliert haben

Diese Unternehmen hatten keine bessere Technologie als andere, sondern sie wussten, wie man sie nutzbringend einsetzt.

Faktoren für den Übergang von der Erprobung zum produktiven Einsatz

Integration in bestehende Systeme/Tools
49 %
Hochwertige Daten
34 %
Teamübergreifende Zusammenarbeit
30 %
Einfache Bedienbarkeit
25 %
Belegschaftsschulung
24 %
Transparenz der KI-Ergebnisse
21 %
Hohe Fachkompetenz der Anbieter
18 %
Fähigkeit zur Validierung oder Prüfung der KI-Ergebnisse
18 %
Geeigneter Support durch den Anbieter
13 %
Datenverfügbarkeit
12 %
Anpassbarkeit an die Projektanforderungen
12 %
Vertrauen in Ergebnisse/Empfehlungen der KI
12 %
Eindeutiger Nutzen/ROI
10 %
Starke Unterstützung durch die Führungsebene
10 %
10 % 20 % 30 % 40 % 50 %

Frage: Welche Faktoren sind oder waren in Ihrem Unternehmen für den Einsatz von KI über die Erprobungsphase hinaus am wichtigsten? Wählen Sie bis zu drei Antworten aus. Erhebungsgrundlage: Unternehmen, die KI über die Erprobungsphase hinaus nutzen (Deutschland und Österreich, n=92). Kleine Erhebungsgrundlage. Da die Befragten nur drei Faktoren nennen konnten, gibt eine niedrige Platzierung eher Aufschluss darüber, welche Faktoren die Unternehmen nicht genannt haben, als darüber, auf welche sie keinen Wert legen.

Rund ein Viertel der Unternehmen setzt KI bereits produktiv ein, und 92 von ihnen beantworteten eine Frage, die den anderen nicht gestellt wurde. (Es ist hierbei zu bedenken, dass sie ihren eigenen Erfolg rückblickend beschrieben, was im Rahmen dieser Studie eine Angabe mit wenig Aussagekraft ist.)

Die Integration in bestehende Systeme und Tools liegt mit 49 % in jedem der untersuchten Märkte an erster Stelle.

Warum schneiden Unterstützung durch die Führungsebene und der ROI so schlecht ab?

Starke Unterstützung durch die Führungsebene wurde von nur 10 % genannt, ein eindeutiger ROI von nur 10 %, guter Support durch den Anbieter von nur 13 %. Hohe Implementierungskosten stellen das größte Hindernis für Unternehmen dar, die den Einsatz noch nicht ausgeweitet haben. Bei Unternehmen, die den Einsatz dagegen erfolgreich ausweiten konnten, rangiert ein klarer ROI-Nachweis fast am unteren Ende. Kosten bremsen Unternehmen aus. Aber ein wirtschaftlicher Anreiz ist offenbar auch kein Einstiegsargument.

Die Einsparungen sind jedoch real: 48 % der Unternehmen, die KI produktiv einsetzen, berichten von Einsparungen von mehr als 430.000 €, weitere 23 % von Einsparungen zwischen 85.000 € und 430.000 €. (Selbsteinschätzung, Stichprobe n=210; nicht mit dem Vorjahr vergleichbar.)

Wie geht es weiter?

Erfolgreiche Unternehmen arbeiteten nicht mit besseren Modellen. Alle Unternehmen erwarben KI im selben Jahr bei denselben Anbietern zu ähnlichen Preisen. Ihr Vorteil bestand lediglich darin, dass sie eine entsprechende Infrastruktur hatten, in die die Modelle integriert werden konnten.

Die Leistung, die KI vom Pilotprojekt in den produktiven Einsatz bringt, ist keine KI-Arbeit. Es geht um die verbindende Infrastruktur, deren Aufbau die Branche seit 30 Jahren aufgeschoben hat – und an der die meisten Pilotprojekte ins Stocken geraten. Die Branche verfügt inzwischen über Technologien, die ihr sagen können, was als Nächstes schiefgehen wird.

„Niemand bekommt eine Auszeichnung dafür, ein Kalkulationssystem mit einer Dokumentenplattform zu verbinden. Aber genau darin besteht die Arbeit. Die Unternehmen, die KI produktiv eingesetzt haben, haben zuerst den langweiligen Teil erledigt – und genau deshalb hat sie sich durchgesetzt.“

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